Mit Ulla und Gerd geht der Blog in die Sommerpause. Im September geht es weiter. Bis dahin wünschen wir allen eine gute Zeit.

 

Stellt euch bitte kurz vor .

Gerd und Ulla Busemeyer

Seit wann seid im Laden?

Wir sind von Anfang an dabei

Kannte ihr den Fairen Handel schon vorher?

Ja, die Weltläden in anderen Städten sind uns bekannt gewesen, besonders in Holland haben wir viele gesehen.

Wie seid ihr auf den Weltladen aufmerksam geworden?

Sabine Roettgers berichtete von dem Weltladen in Goch, wo eine Freundin von ihr aktiv ist, das machte uns neugierig. Mit einigen Interessierten gründeten wir einen Verein und stellten uns mit verschiedenen Waren auf Märkten vor.

Warum seid ihr dabei?

Die Idee, faire Bedingungen in benachteiligten Ländern zu verbessern und auf Missstände aufmerksam zu machen. Das finden wir wichtig!

Was würdet ihr einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

Komm zu uns, wir sind ein nettes Team in einem schönen Laden und engagieren uns für den fairen Handel mit Produkten aus aller Welt.

Kaffee-Realität

Dem Kaffee geht es an den Kragen. Es wird immer heißer, zu heiß für die Kaffeesträucher. Durch Erosion verliert der Boden seine Fruchtbarkeit. Monokulturen und Pestizide gefährden die Artenvielfalt. Dünger belastet das eh schon viel zu knappe Wasser und schädigt das Bodenleben. Ernteerträge und Qualität der Bohnen sinken. Wälder werden gerodet. Die Handelserlöse decken kaum den Anbau.
Vor allem in Afrika bewirtschaften Kleinbäuer*innen nicht mehr als einen halben Hektar Land. Der Kaffeeanbau ernährt die Familien nicht, alte Sträucher können nicht ersetzt werden, Investitionen in die Plantagen sind nicht möglich. Menschen wandern ab, in der Hoffnung, irgendwo würdig leben zu können.

Muss das sein?
Stellen wir uns vor:

Schattenbäume schaffen ein gutes Klima für die Kaffeesträucher und schützen den Boden vor Erosion. Dazu liefern sie Früchte und Holz. Wälder müssen nicht mehr gerodet werden. Dazu wird Gemüse zur Eigenversorgung angebaut. Ohne Pestizide und synthetischen Dünger wird Bodenleben und Wasser geschützt, ebenso, wie die Menschen, die sie nicht mehr ausbringen müssen. Die Erträge der Kaffeebohnen sind sicherer und die Qualität steigt. Sie bringen das Geld, das eigene Gemüse sichert die Ernährung.

Das Zauberwort ist Agroforst – zu schön – und es ist wahr

Die Weltpartner-Schafft-Zukunft e.G. und Cococa – der burundische Kaffee-Kooperativen-Verband – engagieren sich gemeinsam für Agroforst in Burundi. Zusammen mit der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und der Universität Bujumbura – der Hauptstadt Burundis – wird das System weiterentwickelt. Unterstützt wird das Projekt finanziell vom Land Baden-Württemberg und fachlich von Naturland.
Zurzeit profitieren mehr als 13.000 Familien in 20 Kooperativen von dem Projekt, für das jährlich bis zu 200.000 Setzlinge zur Aufforstung gepflanzt werden – über 1 Millionen seit 2019. Das schreibt die Genossenschaft auf ihrer Seite.

Und dann wird der Kaffee noch nach Fairtrade-Kriterien gehandelt – und wir können ihn im Weltladen kaufen.

Stell dich bitte kurz vor.

Ich heiße Anne Woitkowski, bin 75 Jahre alt, habe eine große Familie und wohne in Soest.

Seit wann bist du im Laden?

Seit Gründung des Vereins 2016 bin ich dabei.

Kanntest du den Fairen Handel schon vorher?

Ich hatte kaum Berührungspunkte mit dem fairen Handel. Das Interesse kam viel später. Der Laden in Soest (Anm.:1980er?) hat mich zu seiner Zeit wenig angesprochen, ich war mal dort, aber in meiner Erinnerung war er einfach „zu dunkel“.

Wie bist du auf den Weltladen aufmerksam geworden?

Freunde machten mich darauf aufmerksam.

Warum bist du dabei?

Für mich war das zunächst eine gute Idee für eine sinnvolle Beschäftigung in der bevorstehenden Rentenzeit. Nach und nach wuchs ich in die Arbeit hinein, lernte durch die Ware Organisationen und deren Hintergründe kennen.
In den ersten Jahren habe ich mich mit einer Freundin, die auch aktiv war, um anfallende Arbeiten in der Präsentation gekümmert und bald nach dem Umzug in den Grandweg haben wir diese Aufgabe in andere Hände übergeben.

Was würdest du einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

Ich schätze die Arbeit im Weltladen sehr und vermittele interessierten Kunden immer wieder gerne mein Wissen - soweit vorhanden - über die Produkte.
Ab und zu gibt es Interessenten an der Arbeit, denen ich gerne sowohl darüber erzähle als auch über die angenehmen Arbeitszeiten und das tolle Team!

Heute wird die Vorstellungsrunde fortgesetzt, die wir aus Anlass des 10. Geburtstags begonnen haben.

 

 

Stell dich bitte kurz vor.

 

 

Ich bin Sabine Lux-Röttgers, pensionierte Lehrerin, wohne seit 12 Jahren in Soest, vorher in Warstein auf dem Land, wo die Familie mit 3 Kindern gewachsen ist.

 

 

Seit wann bist du im Laden?

 

 

Ich bin seit Beginn unseres Ladens dabei. D.h. da vor über 10 Jahren Soest zwar das Siegel Fairtrade Town schon inne hatte, aber keinen fairen Laden, haben wir (d.h. 3 gleichgesinnte Frauen) den Vorstoß über die Initiativgruppe Fairtrade Town unternommen, einen Verein zu gründen, mit dem Ziel, einen fairen Laden aufzumachen. Unsere Idee fand sehr schnell viele MitstreiterInnen. Der Verein wurde 2014 (?) gegründet und ein Ladenlokal fanden wir im Frühjahr 2016.

 

 

Kanntest du den Fairen Handel schon vorher?

 

 

Ja natürlich. In den 80er Jahren begannen wir als Familie so gut es ging, fair und biologisch zu leben und einzukaufen.

 

 

Wir bist du auf den Weltladen aufmerksam geworden?

 

 

Diese Frage erübrigt sich für mich. Eher anders herum: obwohl ich in Warstein gearbeitet habe, war ich immer schon nach Soest orientiert (s.o.) und wollte mich dort engagieren.

 

 

Warum bist du dabei?

 

 

Ich bin dabei, weil ich es wichtig finde, mich in dem mir möglichen Rahmen für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und fairen Handel einzusetzen. Die Unterstützung des fairen Handels ist für mich ein wichtiger Schlüsselpunkt. Über den am Anfang öffentlich auftretenden Fairtrade Verein und jetzt den Fairtrade Laden erreichen wir viele Menschen, die sich interessieren und informieren können. Das ist eine interessante Tätigkeit und es macht immer wieder Spaß mit Kunden auf diese Weise in Kontakt zukommen.

 

Was würdest du einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

 

Wir sind ein tolles Team von ehrenamtlich arbeitenden MitarbeiterInnen: Komm in unser Team! Es macht Spaß sich mit den Produkten, die wir anbieten, vertraut zu machen und im Gespräch KundInnen zu beraten. Es ergeben sich oft neue soziale Kontakte untereinander, für ich haben sich auch neue Freundschaften entwickelt.

 

Fair fruchtet

Das ist das diesjährige Thema des Weltladentages am 9. Mai 2026, ein Aktionstag des Weltladendachverbandes e.V.

Zu diesem Anlass wird Gilles Reckinger – Autor des Buches »Bittere Orangen« – am 6. Mai um 19 Uhr im Petrushaus einen Vortrag halten.
Er hat afrikanische Erntehelfer in Kalabrien über längere Zeit begleitet und so die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse und unmenschlichen Lebensbedingungen mit allen Folgen gesehen. 

Fair schmeckt besser

Die Missstände in der Obst- und Gemüseernte in Italien sind gewaltig, aber nicht unabwendbar. Das zeigt der Verein SOS Rosarno in dem sich Orangenplantagenbesitzer, Arbeiter und Aktivisten zusammengeschlossen haben und ausschließlich Bioorangen zu fairen Bedingungen für alle Beteiligten vertreibt. Beliefert werden nur Bioläden und Gruppen des solidarischen Konsums – so wie der Soester Weltladen. Dreimal wird zwischen November und März geerntet und geliefert – direkt, ohne jeden Zwischenhandel. Und frischer als in jedem Supermarkt.

Orangenernte in Italien, Mangos auf den Philippinen

Die Probleme, die der Handel mit Früchten mit sich bringt, sind nur strukturell zu lösen. Wie es gehen kann, zeigen viele Vereine und Organisationen, wie »Süß statt Bitter«, die nach Fairhandels-Prinzipien arbeiten. SOS Rosarno in Italien, Preda auf den Philippinen, beispielsweise, zeigen, wie strukturelle Armut bekämpft werden kann.

Je mehr Menschen bewusst einkaufen, desto größer ist auch die Wirkung all der Initiativen und Kooperativen rund um den Fairen Handel – und vielleicht auch der politische Druck für notwendige Veränderungen hin zu Fairness, Klimaschutz, Gerechtigkeit und Gesundheit.

Dritte erfolgreiche Orangensaison

4,7 Tonnen – 4700 Kilogramm – so viele Orangen wurden in der zurückliegenden Saison in 10-Kilokisten nach Soest geliefert.
Wer im nächsten Herbst auch in den Genuss süßer Orangen ohne bitteren Beigschmack kommen möchte, schreibt eine Mail an

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