Bereits zum dritten Mal können unter der Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Orangenkisten bestellt werden. Gepackt werden sie in 10-Kilo-Kisten und kosten 33 Euro. Wieder wird es drei Lieferungen zwischen November und März geben. Die Bestellfrist endet für die 1. Lieferung am 7. November – geliefert wird am 28. November. An diesem Tag stehen sie abholbereit bei der Firma Horstmann im Warsteiner Weg 6.

Es ist wieder Orangenzeit

Und damit ist es eine gute Gelegenheit, wieder einmal davon zu erzählen, dass eine Landwirtschaft ohne Ausbeutung von Menschen und Umwelt, dazu noch klimaschonend möglich ist. Aktivisten, Landwirte und Tagelöhner haben gemeinsam den Verein SOS Rosarno gegründet, als Antwort auf den immer größeren Preisdruck der Supermarktketten, dem die Bauern ausgesetzt sind, der wiederum zur Ausbeutung der Erntehelfer führt. Mit dem Verein haben sie sich aus diesen Abhängigkeiten gelöst. So beschäftigt er Migranten zu Tariflöhnen, auch Sozialbeiträge werden bezahlt. Geliefert wird nur von Biobetrieben und nur an Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums. Die Direktvermarktung sichert den Bauern angemessene, faire Preise, den Erntehelfern feste Arbeitsverträge mit fairer Bezahlung unter anständigen Arbeitsbedingungen. Und den Kunden leckere, frische, giftfreie Orangen. Durch ihren Konsum tragen sie dazu bei, dass Migranten ihr Leben selbst in die Hand nehmen können, dass Bauern wieder ein Auskommen haben und das mit einer umwelt- und klimaschonenden Arbeitsweise.


Gilles Reckinger, Autor des Buches «Bittere Orangen», forscht seit vielen Jahren zu der Arbeits- und Lebenssituation der Erntehelfer in Süditalien, speziell auf den Orangenplantagen in Rosarno. Dazu hält er Vorträge unter dem Titel „Das Gesicht der modernen Sklaverei in Europa“ zur Situation der Erntehelfer in und um Rosarno.

In Lippstadt am 21. November 19 Uhr Jakobikirche
In Hamm am 22. November 19 Uhr VHS Hamm
Und am 23. November wird die Fotoausstellung «Bittere Orangen» um 15 Uhr im Haus Caldenhof, Caldenhof 28 in Hamm eröffnet, die dort dann bis zum 19. Januar 2024 zu sehen sein wird.

Es gibt Menschen, die man kennen sollte.

«Wer Bäume pflanzt, pflanzt Samen von Frieden und Hoffnung»
(Wangari Maathai)

Die Klimakrise ist nicht plötzlich über uns hereingebrochen. Seit Jahrzehnten gibt es so viele Akteure, die vor der Entwicklung warnen und Lösungen suchen. Eine davon war Wangari Maathai, Biologin und erste Professorin Kenias, die 1977 die ersten sieben Bäume des von ihr frisch gegründeten Green Belt Movement pflanzte, 1993 waren es bereits 30.000.000. Dazu gründen Bäuerinnen Baumschulen, wofür sie Samen von einheimischen Bäumen sammeln und säen, inzwischen sind es etwa 600 und mehr als 50.000.000 gepflanzte Bäume in Kenia. Die Bewegung ist inzwischen in 13 Ländern aktiv.

Für ihr Engagement, Wälder vor Rodung zu schützen, wurde sie beschimpft, immer wieder festgenommen und misshandelt. Mit den Wahlen Anfang 2000 gelang es der Rainbow Coalition, die autokratische Herrschaft in Kenia zu beenden. Maathai wurde stellvertretende Umweltministerin, wovon sie zurücktrat, als die Koalition zerbrach, weil der neue Präsident eine versprochene Verfassungsreform nicht umsetzen wollte.

Wangari Maathai verband Demokratie, soziale Gerechtigkeit und eine gesunde Natur miteinander. Dafür erhielt sie 1984 den Right Livelihood Award – den alternativen Nobelpreis – der für Engagement für die Gestaltung einer besseren Welt vergeben wird.
2004 erhielt sie den Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung, mit dem Menschen und Vereinigungen ausgezeichnet werden, die sich für die Achtung der Menschenrechte, für das gewaltfreie Lösen von Konflikten und den Schutz unserer Umwelt einsetzen. Und im gleichen Jahr wurde sie auch noch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, für ihren Einsatz für nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie.

«Sie hat einen gesamtheitlichen Zugang zur nachhaltigen Entwicklung gewählt, der Demokratie, Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte umfasst» (Nobelkomitee). Den Preis hat sie erhalten, für ihren couragierten Widerstand gegen das frühere kenianische Regime und als Gründerin des Green Belt Movements.

Maathai war Mitglied im Club of Rome und des Abrüstungsbeirats der UN.

2011 verstarb sie an den Folgen einer Krebserkrankung mit 71 Jahren.

Sie ist eine Frau, die man kennen sollte.

Vor etwa einem Jahr haben wir an dieser Stelle den Verein Santatra – Partnerschaft mit den Menschen in Madagaskar e.V. vorgestellt.

Und nun sind sie wieder im Laden – die Vanilleschoten von Santatra aus Madagaskar

Die Menschen in Madagaskar gehören zu den ärmsten der Welt, also zu denen, die am wenigsten zur Erderhitzung beigetragen haben, dafür am stärksten unter den Folgen leiden – also unter Starkregen, Wirbelstürme, Dürren – und gleichzeitig keine Ressourcen haben, sich zu schützen. Der Verein hat sich gegründet, um in Deutschland spenden für das Projekt zu sammeln, um damit den Aufbau einer Landwirtschaft zu unterstützen, die widerstandsfähiger und umweltschonender ist.

Die Arbeit der Kleinbauernfamilien ist ein gutes Beispiel, wie die Bekämpfung der Armut unmittelbar verbunden ist mit einer klimagerechten Lebensweise. Der Anbau in Agroforstsystemen, also in einem friedlichen Miteinander und gegenseitiger Unterstützung von Obst-, Nutzholzbäumen und Gemüse in Mischkultur, wie die Kleinbauern sie aufbauen, sichert auf Dauer die Ernährung der Menschen, liefert Produkte für den heimischen Markt und Exportprodukte, wie die Vanilleschoten. Langfristig werden Kaffee, Pfeffer und Nelken dazukommen. Mehrere Baumschulen versorgen die Bauern und Bäuerinnen mit Setzlingen.

Agroforstsysteme schützen den Boden vor Erosion, eine stabile Humusschicht kann sich wieder aufbauen, die nährstoffreich ist, wie ein Schwamm Wasser aufnehmen kann und CO2 speichert.

Bis der Hunger wirklich überwunden ist, ist noch ein Weg zu gehen, aber der Anfang ist gemacht. So mündete der Abend vor einem Jahr in den allgemeingültigen Satz:
 
«Entwicklung braucht einen langen Atem, aber sie ist möglich.»

Im Fairen Handel geht es um nachhaltige und ressourcenschonende Produktion und um faire Handelsbeziehungen zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden. Dazwischen liegen viele Kilometer, die die Produkte zurücklegen müssen, bis sie hier im Laden angeboten werden. Liegt zwischen Klimaschutz und langen Transportwegen ein Widerspruch?

Ein paar Worte zum langen Transport und der Klimabilanz

Der überwiegende Teil der fairen Produkte wird mit dem Schiff transportiert. Ausnahmen sind frische Erzeugnisse, die per Luftfracht reisen müssen.

Unproblematisch ist die Seefracht nicht, immerhin ist sie für 2,5 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, außerdem sind die Arbeitsbedingungen auf den Frachtern teils unmenschlich.

Betrachtet man die Transportemissionen als Teil der gesamten Lieferkette, zeigt sich, dass sie nur einen kleinen Teil ausmachen. Größere Einflussfaktoren sind die Art der Produktion, die Nutzungsdauer von Gegenständen und die Wahl des Verkehrsmittels für den Einkauf im Laden. Wer zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt, spart etwa so viel CO₂ ein, wie die Ware für den Transport auf dem Frachter benötigt.

Der Transport mit dem Segelfrachter, den einige Fairhandelsunternehmen für einen Teil ihrer Waren nutzen, hat bisher noch Symbolcharakter, er weist aber auf die Emissionen und die miesen Arbeitsbedingungen hin.

Was macht also den Unterschied?

Die Transportemissionen im Fairen Handel unterscheiden sich also nicht grundsätzlich von denen der konventionellen Produktion. Werden aber die gesamten Emissionen betrachtet, schneiden die Fairhandelspartner meist wegen ihrer Wirtschaftsweise besser ab. Das geschieht auf vielfältige Weise. So wird zum Beispiel an die klimatischen Bedingungen besser angepasstes Saatgut verwendet. Agroforstsystemen entwickeln sich, die für ein besseres Mikroklima und eine höhere Artenvielfalt sorgen und eine größere Vielfalt an Produkten bedeuten.

Überhaupt wird der ökologische Anbau gefördert, schon jetzt stammen über 70% der Lebensmittel im Weltladen aus ökologischem Anbau. Der wirkt in beide Richtungen: Zum einen ist der CO₂-Eintrag auf diese Weise geringer, da kein synthetischer Dünger verwendet wird, der in einem energieintensiven Prozess hergestellt wird, und andererseits kann der humusreiche Boden mehr CO₂speichern.

Die Fairhandelsunternehmen reduzieren ihre CO₂-Emissionen, wo sie nur können. Wo sie es nicht können, bemühen sie sich um Kompensation. So kompensiert die Gepa entlang der kompletten Honig-Lieferkette und El Puente die des Kaffeesortiments, durch Aufforstungen und dem Einsatz energiesparende Öfen.

Für klimaschonendes Wirtschaften ist damit bewusstes Konsumieren notwendig, es kommt also auf die Art der Produkte und die Dauer der Nutzung an, die steht der Länge des Transportweges in der Klimabilanz gegenüber.

Der Weltladendachverband stellt diese Infos freundlicherweise zur Verfügung.

Mit dem Motto «Fair – und kein Grad mehr» geht es in diesem Jahr bei der Fairen Woche um Klimagerechtigkeit. Was bedeutet das?

Klimagerechtigkeit

Die Klimakrise ist eine soziale Krise, keine Wetterkrise. Das dürfte nicht mehr überraschend klingen. Es sind die herrschenden Machtverhältnisse in der Welt, die es einem großen Teil der Weltbevölkerung, vor allem im globalen Süden, unmöglich, mindestens aber sehr schwer machen, sich an das sich aufheizende Klima anzupassen, während ein kleinerer Teil der Weltbevölkerung, im globalen Norden, für die dramatische Beschleunigung der Veränderungen seit der Industrialisierung verantwortlich ist und die Möglichkeiten zur Anpassung und zur Beseitigung der Schäden hat. Auch die nachfolgenden Generationen werden mit Dürren, Stürmen und Überschwemmungen leben müssen, ohne etwas zu diesen Extremverhältnissen beigetragen zu haben.

Mit Klimagerechtigkeit der Klimakrise begegnen

Dazu muss zunächst auf die Auswirkungen der Klimakrise auf die Handelspartner im globalen Süden geschaut werden:

Die steigenden Temperaturen verschlechtern die Wachstumsbedingungen, so weichen Kaffeeproduzenten in höhere Lagen aus, wo sie Wälder roden. Das verschärft die Situation und ist nur begrenzt möglich. Dazu breiten sich Pflanzenkrankheiten aus, wie der Kaffeerost, was die Ernten stark vermindert und bis zum Totalausfall führen kann. Steigende Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit erschweren außerdem die Arbeitsbedingungen, sowohl in der Landwirtschaft, wie in Werkstätten und Fabriken. Schimmelpilze befallen die Produkte. Niederschläge fallen in anderen Zeiten oder in ungewöhnlichen Mengen, was ebenfalls zu Ernteausfällen führt. Dazu schädigen oder zerstören gar unwetterartige Regenfälle unter anderem Straßen, über die die Produkte Häfen, Märkte erreichen sollen. Die Existenzbedrohung vor allem für Kleinbäuer:innen und Produzenten dürfte leicht zu erkennen sein.

Der faire Handel zeigt: Das muss nicht sein. Seine Prinzipien helfen mit, die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen (Sustainable Development Goals – SDG), bezogen auf die Bewältigung der Klimakrise sind es das Ziel 7 – bezahlbare und saubere Energie und 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz.

Der Faire Handel trägt seinen Beitrag zur Klimagerechtigkeit auf verschiedene Weise bei. So setzt er sich für ein Wirtschaftssystem ein, das nicht auf der Ausbeutung von Natur und Mensch beruht. Er unterstützt die Handelspartner bei der Anpassung an die Folgen der Klimawende. Die Fairhandelsakteure im Norden und im Süden wirtschaften möglichst klimaschonend. Dazu kommen Bildungs-und Informationsarbeit und nicht zuletzt die politischen Forderungen, die an Entscheidungsträger:innen auf verschiedenen Ebenen adressiert werden.

In den folgenden Einträgen wird es noch konkreter.

Quelle