Die Stärken der Gemeinschaft

Über unsere Mitgliedschaft in der Genossenschaft unseres Großhändlers Weltpartner e.G. haben wir bereits berichtet. Ein Vorstandsmitglied reiste zur für uns ersten Generalversammlung Mitte November nach Ravensburg, dem Sitz der Genossenschaft.

Zu den Mitgliedern zählen Weltläden, Privatpersonen und Handelspartner. Darin sind alle Beteiligten der Lieferkette an einem Tisch, bestimmen also die Geschicke gleichberechtigt mit. Und so versammelten sich gut 140 Menschen im Saal nahe des Walls, der die Altstadt umschließt – Soester*innen kennen das.

Die Genossenschaft hat im letzten Jahr zwei nennenswerte gut Krisen überstanden, eine davon hat mit den Problemen im Westjordanland zu tun, wo die Menschen unter Angriffen radikaler israelischer Siedler leiden. Dort war es Canaan Fairtrade nicht möglich, ihr Bioolivenöl biozertifizieren zu lassen, weil kein Prüfer dorthin reisen konnte. Es hat länger gedauert, die Produkte der aktuellen Ernte endlich ausliefern zu können. Allerdings wird das Öl nun konventionell gehandelt, trotz Bioqualität.

Hier liegt die Stärke einer solchen Gemeinschaft, die die existenzielle Bedrohung immerhin abfedern kann. Die Weltläden kommunizieren dieses Problem. Kunden nehmen die Erklärung an.

Weltpartner intensiviert die Zusammenarbeit mit fairafric, einem Unternehmen, das die Kakaoernte auch in Ghana verarbeitet, wodurch die Wertschöpfung im Land bleibt und vielen Menschen Arbeit und Auskommen unter würdigen Bedingungen bieten und sich eine ganze Region entwickeln kann.

Im Foyer wurde auf einer Tafel gefragt: »Warum bist du Mitglied bei Weltpartner?«

Warum sind wir das? In fast 10 Jahren Sofair-Weltladen haben wir gelernt, dass wir dem Konsumrausch und den Konzernen etwas entgegensetzen können, das geht in Gemeinschaft auch über die Stadt hinaus noch besser.

Ein Mitglied fasste zusammen: »Weltpartnerhandel ist Friedensarbeit«.