Licht aus. Stimme an. Für einen lebendigen Planeten.

Das ist das Motto der diesjährigen Earth Hour am 22. März. In diesem Rahmen schalten weltweit Menschen, Unternehmen und Städte rund um den Globus um 20:30 das Licht für eine Stunde aus.

Extreme Wetterereignisse und Hitzerekorde nehmen weltweit zu. Ressourcen und Arten schwinden dramatisch. Mit der Earth Hour will der WWF ein gemeinsames Zeichen für mehr Klima- und Artenschutz setzen. Er appelliert an die gemeinsame Verantwortung für den Planeten und fordert entschlossenes Handeln gegen Klimakrise und Artensterben sowie eine stärkere Unabhängigkeit von Energieimporten. Außerdem braucht es gute und faire Jobs. Denn nur in einer intakten Natur sind Sicherheit, Gesundheit und Wohlstand möglich.

Der WWF Australien startete 2007 die Kampagne als Hinweis auf Energieverschwendung, erweiterte sie bald um den Artenschutzaspekt, denn viele Tiere leiden unter der Lichtverschmutzung.

Die diesjährigen Appelle und Forderungen berücksichtigen die menschlichen Grundbedürfnisse, die nicht ausschließlich militärisch und nicht durch Ausbeutung von Menschen und Natur zu erreichen sind.

Wie lange müssen dafür noch Lichter ausgeschaltet, Petitionen durchgeführt oder muss demonstriert werden, bis Entscheidungsträger Klimaschutz und Vorbereitung auf die Klimakrise nicht mehr als ›nice to have‹ verstehen, worum man sich kümmern kann, wenn die Wirtschaft wieder brummt – mit Verbrennerautos und ohne Wärmepumpen?

wwf - earth hour

Gemeinsam die Vielfalt des fairen Handels entdecken

Das ist das Motto der diesjährigen Fairen Woche vom 12.-26. September.
Darin steckt die gute Nachricht, dass ein gutes Leben auf einem intakten Planeten möglich ist. Dazu braucht es Vielfalt: biologische Vielfalt, Vielfalt der Menschen und die Vielfalt des Engagements.

Das mühsam errungene und noch junge Lieferkettengesetz auf EU-Ebene soll schon wieder aufgeweicht werden, zusammen mit dem Green Deal, mit der Begründung, zunächst die Wirtschaft zu stärken. Noch immer herrscht die Auffassung vor, fairer Handel und Klimaschutz seien ein Luxus für Zeiten einer starken Wirtschaft. Das bedeutet im Umkehrschluss, Wirtschaft funktioniert nur, wenn Verursacher nicht die Verantwortung für die Folgen übernehmen müssen. Also werden weiterhin Erfolge privatisiert und Verluste sozialisiert.

Und noch eine Binsenweisheit: Menschen verlieren zunehmend ihre Lebensgrundlage, in der Folge reisen die, die es können, ihren Produkten in die reichen Länder hinterher, auf der Suche nach einer Lebensperspektive. Dort sind sie nicht willkommen, stattdessen werden Wege gesucht, diese Menschen außen vor zu halten – und diese Wege sind nicht nur irrsinnig teuer, sie verstoßen zunehmend gegen die universellen Menschenrechte. Das Geld dafür stammt aus Steuern, die die Menschen in den Zielländern bezahlen, die die Erzählung von teuren fairen Produkten übernehmen.

Dem steht die Vielfalt entgegen, und zwar, ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich – die Säulen einer demokratischen, fairen und nachhaltigen Welt. Darein zu investieren, statt in fragwürdige Abkommen und Zäune, verspräche eine höhere und sicherere Dividende.

Die Zukunftsaufgabe besteht darin, ein gutes Leben für alle auf einem intakten Planeten zu schaffen. Der Faire Handel ist die bessere Alternative zur bestehenden Wirtschaftsform.

Röstung gegen Rechts von El Puente ...

... und für den guten Geschmack von Demokratie und Menschenrechten, von einer offenen Gesellschaft und von Stärke durch Vielfalt.

El Puente versteht sich als Händler und zivilgesellschaftlicher Akteur für die Umgestaltung globaler Handelsstrukturen und für ein solidarisches Miteinander. Darum ist es notwendig, sich gegen Rechts zu positionieren. So erklärt Felix Gies, Erfinder der kämpferischen Röstung im Interview mit dem Forum Fairer Handel, den Wunsch nach einer gerechten, stabilen und friedlichen Gesellschaft, die auf den Werten der Menschenrechte, der Demokratie und des Respekts für alle Menschen aufbaut.

Mit der Kampagne engagiert sich El Puente gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsextremismus – für die Demokratie, für den politischen Austausch und für das notwendige Engagement möglichst vieler für diese Ziele.

Deshalb sind an die Röstung gegen Rechts Forderungen an politische Entscheidungsträger*innen geknüpft. So fordert der Faire Handel, demokratische Bildung stärker zu fördern, rechtsextreme Strukturen stärker zu bekämpfen, zivilgesellschaftliche Initiativen langfristig zu unterstützen, faire globale Handelsstrukturen und soziale und ökologische Standards zu stärken. Die Verantwortung von Unternehmen entlang der Lieferketten ist dabei unverzichtbar.

Außerdem sollte Deutschland internationalen Menschenrechtsschutz, Klimagerechtigkeit und Bekämpfung von Fluchtursachen durch faire Handelspraktiken vorantreiben, um eine gerechte Gesellschaft zu fördern.

Die ruandische Kooperative Kopakama profitiert von der Röstung gegen Rechts, wie alle, die im Fairen Handel eingebunden sind, durch die direkte Vermarktung der Kleinbäuer*innen, durch feste Mindestpreise und die Fairhandelsprämie. Dazu kommen Kooperativen-Zuschläge und Aufschläge für Bioanbau. Kooperativen wie Handelsunternehmen profitieren gleichermaßen von einer langjährigen Zusammenarbeit, in transparenten und fairen Wertschöpfungsketten.

Wie weit der Weg zu einer gerechten und friedlichen Gesellschaft ist, zeigen die mehr als 40.000 rechtsextremistischen Straftaten im letzten Jahr, darunter die mehr als 1400 Gewalttaten. Die Zahlen nennt die Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau.

Die Röstung gegen Rechts gibt es im Weltladen zu kaufen.

Und am Sonntag können wir an der Wahlurne ein Zeichen für die Demokratie setzen, die in die Richtung einer solidarischen und fairen Gesellschaft weisen, von der wir alle profitieren.

 

Forum Fairer Handel

taz

Die Suche nach dem guten Leben

Auf der Suche nach einer Perspektive brechen allein aus Honduras täglich 700 bis 1000 vor allem junge Menschen Richtung USA auf, ähnlich geschieht dies in den Nachbarländern. So sinkt der Export von Kaffee nicht nur wegen der Ernteeinbußen durch den Klimawandel, sondern auch wegen der fehlenden helfenden Hände für die Ernte.

Zeit zu handeln

Einen möglichen Ausweg aus diesem Desaster zeigt die Genossenschaft Asoprosan in San Andrés. Gegründet wurde sie 2017 von 17 Mitgliedern mit dem Ziel, gute Preise für guten Kaffee zu erzielen und nicht mehr von den Coyotes, den Kaffeeeinkäufern, über den Tisch gezogen zu werden. Sie verkauft in Eigenregie in direkten Preisverhandlungen mit Ankäufern und Importeuren.

Klimawandel und Migration zusammendenken

Die inzwischen 159 Mitglieder arbeiten in Agroforstsystemen, dabei stehen die Kaffeepflanzen im Pinienschatten, stoppen so die Erosion der sandigen Böden, die knappen Niederschläge bleiben im Boden und die empfindlichen Pflanzen gedeihen im Schatten. Mit der dadurch steigenden Qualität steigen auch die Preise, die erzielt werden können. Dabei sind 90 Prozent der Ernte biozertifiziert.

Asoprosan berät ihre Mitglieder zum agroforstwirtschaftlichen Anbau und zur richtigen Kaffeepflanzenwahl. Außerdem sorgt sie für die Vernetzung mit anderen Genossenschaften, denn je besser sie informiert und vernetzt sind, desto mehr verdienen die Produzenten.

Die Regierung erkennt das Problem

Die Migration reißt Lücken in die honduranische Gesellschaft, deshalb will sie das Thema in die Schulen bringen und Lehrkräften höhere Löhne zahlen. Nur reichen diese Maßnahmen allein nicht aus.

Gemeinschaft gegen individuelles Schicksal

Zwei ehemals Fluchtwillige gründen eine Jugendgruppe, dort erzählen sie über ihre früheren Pläne und die Alternativen, die ihnen die Genossenschaft geboten hat. Diese stellt einen Röster und Bienenvölker und bietet Hilfe bei den Gesprächen mit Eltern und Banken. Sie bietet Röst- und Imkerkurse an und hält Kaffee- und Schattenpflanzen für den Anfang bereit.

Hier zeigt sich:
Bessere Bildung, bessere Infrastruktur und mehr Jobs erleichtern den Start in ein selbstbestimmtes Leben und wirken so gegen Migration.

Anstatt Migration aus der Perspektive der Industrieländer als invasive Bedrohung zu stilisieren, die Menschen zu kriminalisieren und irrsinnig teure Mauern zu bauen, ist es an der Zeit, die Perspektive der Menschen einzunehmen, die ihre Länder verlassen, dann sind Lösungen nicht mehr weit. Nur braucht es einen längeren Atem, als Grenzen zu schließen und Menschen zurück in lebensbedrohliche Gefahren abzuschieben.

Fairness macht die Welt zu einem besseren Ort für alle.

Quelle: taz, 25.11.2024
"Auswandern ist nicht immer die Bohne wert"

Der Blog macht Pause. Im Februar geht es weiter.

Wir wünschen allen eine gute Zeit.