Viele Wege führen aus schwierigen Umständen in ein selbstbestimmtes Leben, es müssen nur genügend Menschen ihr Möglichkeiten einbringen. Davon zeugen die heute vorgestellten Unternehmen, die zum einen Jugendlichen in Peru zum anderen Geflüchtete in Idomeni Perspektiven aus der Armut heraus bieten.

FairMail

In Peru fotografieren sich Jugendliche mit Hilfe der FairMail-Fotografieschule aus der Armut. Hierfür werden auch Freiwillige rekrutiert, die sich an der Ausbildung eine Weile beteiligen wollen. Das Unternehmen wurde 2006 von zwei Geschäftsleuten gegründet, das mit den entstandenen Grußkarten, E-Cards und Fotos handelt. 60 Prozent des Gewinns erhalten die Fotograf:innen, womit sie ihre weitere Ausbildung leichter finanzieren können. Außerdem bietet FairMail Reisen durch Peru an, an denen je ein:e Jungendliche:r teilnehmen kann. So gelangen sie in Regionen, die sie sonst nicht erreichen können, damit erweitern sie die Motivsuche und ihren Erfahrungsschatz. Auf diese Weise entstehen etwa die Hälfte der Fotos.
Seit ein paar Jahren führen zwei ehemalige Praktikanten und zwei ehemalige Fotografieschülerinnen die Geschicke von FairMail.

Naomi

Naomi-Thessaloniki ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die sich der humanitären Hilfe für Geflüchtete verschrieben hat und aktiv ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördert. Das beginnt bei der Nothilfe, setzt sich über die Textilwerkstatt fort und weist durch Veranstaltungen darüber hinaus. Genäht werden derzeit Jacken, Schürzen und Taschen unter dem Label „Remember Idomeni by Naomi“.
Das nächste Ziel ist eine kleine Produktionsfirma mit regulären Arbeitsbedingungen in Heimarbeit. Dabei sollen Werbung und Vertrieb professionell gestaltet werden.

Hinter den Produkten im Weltladen stecken so viele Geschichten, in denen ein anderer Umgang mit der Welt gelingt, die wir hier erzählen wollen. Den Anfang machen zwei Frauen, die das Kreativität auslösende Potenzial in Materialien erkennen, die sonst Meere und Landschaften fluten und dafür eine anständige Arbeitsumgebung für alle Beteiligten gestalten. Und zum Zweiten erzählen wir von einer Familie, die in den peruanischen Anden gefunden hat, wonach sie suchte: ein Leben ohne Konsum- und Profittreiben, das auch dort allen Beteiligten ein gutes Leben ermöglicht.

Smateria – Fischernetze zu Taschen

So viele Materialien landen auf den Müllhalden, werden verbrannt oder sammeln sich in der Landschaft und im Meer, wenn sie ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen. Für die Gründerinnen von Smateria sind diese Materialien Rohstoffe, aus denen sie Neues kreieren. Für die Umsetzung ihrer Ideen haben sie in Kambodscha ein Unternehmen gegründet, wo der gesamte Arbeitsprozess unter sicheren, fairen und fürsorglichen Bedingungen abgewickelt wird. Sie unterscheiden drei Verfahren, in denen Materialien verarbeitet werden: Recycling – also Plastikflaschen zu synthetischen Fasern. Upcycling – T-Shirts zu Beuteln. Und zuletzt – Repurposing – hierbei wird Material zu etwas Neuem geformt – also Fischernetze zu Taschen.


Pacabamba – Alpaka aus Peru

Eine deutsche Familie reist durch Südamerika, um für eine Weile dem Konsum- und Profittreiben zu entgehen. Doch hoch oben in den Bergen von Peru, wird aus der Weile Dauer. Hier bildet das Fell der Alpakas Hohlfasern aus, die leichter und wärmer sind als Schafwolle. Hier leben Menschen, die Wissen und Handwerkskunst von der Tierhaltung bis zum fertigen Produkt bewahrt haben. Hier gründet die Familie ihr Unternehmen, in dem schonend mit Ressourcen, respektvoll mit Umwelt und Mitmenschen umgegangen wird und Transparenz durch den gesamten Prozess gegeben ist. Sie fassen ihr Selbstverständnis so zusammen: »Nachhaltigkeit ist für uns gesunder Menschenverstand.«
So können die andischen Familien gegen die Bedrohung durch Billig- und Massenware  bestehen.