Canaan Fair Trade
Ist ein Sozialuntermehmen in Burquin in Palästina, das mehr als 2000 Kleinbauern als Fairhandels- und Vermarktungsorganisation dabei unterstützt, den Lebensunterhalt zu verdienen und ihre Kultur zu erhalten. Dazu überwacht das Unternehmen den Produktionsprozess vom Anbau über die Ernte bis zur Pressung. Die fairen Preise entlang der Wertschöpfungskette werden durch eine Fairtrade- und eine Bioprämie ergänzt.
Die Organisation bietet Maßnahmen zur Verbesserung von Produktionsprozessen und Produktqualität an, sowie alles Wissen zu nachhaltigen Anbaumethoden und Umstellung auf Bioanbau. Exportiert werden Olivenöl, getrocknete Tomaten und mehr vorwiegend nach Nordamerika und Europa.
Canaan Fair Trade unterstützt das Programm »Trees for Life« der Palastine Fairtrade Assocciation, die vorwiegend Olivenbäume pflanzen, um benachteiligten Menschen im Aufbau einer Existenz zu unterstützen.
Doch da ist die politische Realität
Das diesjährige Olivenöl konnte nicht biozertifiziert werden, weil Prüfer nicht ins Westjordanland reisen können. Trotzdem ist es Bio-Öl, am Anbau hat sich nichts verändert. Kurz vor Ablauf der letzten Zertifizierung konnte ein Teil der Ernte mit großer Anstrengung noch geerntet und verarbeitet werden.
Die Palästinenser*innen im Westjordanland sind den brutalen Angriffen der jüdischen Siedler ausgeliefert. In Jenin mussten Mitarbeitende ihre Häuser verlassen. Es kann geschehen, dass ein Haus als militärischer Beobachtungsposten zweckentfremdet wird.
Frauen aus dem Flüchtlingslager, die in der saisonalen Verarbeitung gearbeitet haben, sind vertrieben worden. Nie ist klar, ob eine Straße offen oder Städte passierbar sind.
Eine neue Abfüllanlage, aus Italien importiert, steht still, weil kein Techniker einreisen kann. Verpackungsmaterialien fehlen. Internationale Partnerreisen sind kaum noch durchführbar.
Die Situation ist also wirtschaftlich wie emotional herausfordernd. Arbeit und Energie der Menschen laufen ins Leere – und niemand weiß, was aus all dem in naher Zukunft wird. Die Folgen für die Menschen im Westjordanland sind verheerend. So haben Familien seit 2 Jahren kein Einkommen aus den Oliven, die wichtigste Einkommensquelle. 30 Prozent der zertifizierten Olivenhaine konnten nicht geerntet werden, weil sie zu militärischen Sperrzonen erklärt wurden.
Fairer Handel macht den Unterschied
Der Faire Handel ist nach Einschätzung des Geschäftsführers von Canaan Fair Trade die stabilste Verbindung zur Außenwelt. Die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen gäbe Halt, wirtschaftlich und moralisch.
Die Produzenten brauchen gerade jetzt, in der Krise Verlässlichkeit, politische Aufmerksamkeit und fairen Austausch auf Augenhöhe.
Darüber schreibt Weltpartner e.G. in seinem Blog.
Gerade in solchen Situationen zeigt sich, auf den Fairen Handel ist Verlass. Die prekäre Situation der Produzenten wird nicht ausgenutzt, sondern kommuniziert. Jetzt muss die Aufmerksamkeit in politisches Handeln im Großen übergehen.
