Pestizide im Kakaoanbau
Monokulturen fördern Krankheiten und verstärken den Schädlingsbefall. Das ist inzwischen eine Binsenweisheit. Und doch hat der Pestizideinsatz in den letzten 20 Jahren im Kakaoanbau um 70 Prozent zugenommen. Viele davon werden weiterhin aus der EU nach Westafrika exportiert, obwohl sie hier wegen ihrer gesundheits- und umweltschädlichen Auswirkungen längst verboten sind. Die lascheren Einfuhrregeln machen es leicht. Durch den übermäßigen Einsatz dieser Präparate ist die Gesundheit von Menschen gefährdet oder beeinträchtigt, die sich auf oder in der Nähe von Plantagen aufhalten.
Die Pestizide schädigen Böden, vergiften Gewässer und zerstören die biologische Vielfalt, damit gefährden sie die Ökosysteme. In der Folge ist die Bestäubung der Blüten gefährdet, die Nährstoffversorgung aus dem Boden, so wie die natürliche Schädlingsbekämpfung gestört. Dadurch nehmen Schädlingsbefall und Insektensterben zu. Die Verschmutzung von Trinkwasserquellen und Flüssen nehmen zu und die Kakaoernteerträge nehmen ab.
1,5 Millionen Kinder arbeiten im Kakaoanbau in Westafrika. Mehr als 30 Prozent von ihnen sind Pestiziden ausgesetzt, die für sie in kleinen Mengen hochgiftig sind, sie unter anderem in ihrer Entwicklung stören.
Welche Pestizide werden entlang der Lieferketten eingesetzt? Dazu geben die Unternehmen keine Auskunft. Die gibt es nur zu Strategien zur Produktivitätssteigerung.
Doch es geht anders
Bioanbau braucht keine chemischen Pestizide. In Agroforstsystemen spenden Bäume den Kakaobäumen Schatten. Andere Nutzpflanzen werden angebaut. So wird Kakaoanbau zu einem vielfältigen Lebensraum – einem eigenen Ökosystem.
Die Bäuer*innen profitieren von einer besseren Gesundheit, weniger anfälligen Pflanzen, geringerem Schädlingsbefall und höheren Einkommen, weil sie mit Bioanbau und höherer Qualität höhere Preise erzielen können.
Leider macht der Bioanbau weniger als 3 Prozent der globalen Produktionsmenge aus.
Es braucht also Unterstützung für die Umstellung auf Bioanbau von den Unternehmen, am Ende der Lieferkette. Außerdem braucht es Maßnahmen der EU.
Der Film »Chocolate War« läuft am 26. Oktober um 17 Uhr in Zusammenarbeit mit Inkota im Schlachthofkino.
