Kaffee-Realität
Dem Kaffee geht es an den Kragen. Es wird immer heißer, zu heiß für die Kaffeesträucher. Durch Erosion verliert der Boden seine Fruchtbarkeit. Monokulturen und Pestizide gefährden die Artenvielfalt. Dünger belastet das eh schon viel zu knappe Wasser und schädigt das Bodenleben. Ernteerträge und Qualität der Bohnen sinken. Wälder werden gerodet. Die Handelserlöse decken kaum den Anbau.
Vor allem in Afrika bewirtschaften Kleinbäuer*innen nicht mehr als einen halben Hektar Land. Der Kaffeeanbau ernährt die Familien nicht, alte Sträucher können nicht ersetzt werden, Investitionen in die Plantagen sind nicht möglich. Menschen wandern ab, in der Hoffnung, irgendwo würdig leben zu können.
Muss das sein?
Stellen wir uns vor:
Schattenbäume schaffen ein gutes Klima für die Kaffeesträucher und schützen den Boden vor Erosion. Dazu liefern sie Früchte und Holz. Wälder müssen nicht mehr gerodet werden. Dazu wird Gemüse zur Eigenversorgung angebaut. Ohne Pestizide und synthetischen Dünger wird Bodenleben und Wasser geschützt, ebenso, wie die Menschen, die sie nicht mehr ausbringen müssen. Die Erträge der Kaffeebohnen sind sicherer und die Qualität steigt. Sie bringen das Geld, das eigene Gemüse sichert die Ernährung.
Das Zauberwort ist Agroforst – zu schön – und es ist wahr
Die Weltpartner-Schafft-Zukunft e.G. und Cococa – der burundische Kaffee-Kooperativen-Verband – engagieren sich gemeinsam für Agroforst in Burundi. Zusammen mit der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und der Universität Bujumbura – der Hauptstadt Burundis – wird das System weiterentwickelt. Unterstützt wird das Projekt finanziell vom Land Baden-Württemberg und fachlich von Naturland.
Zurzeit profitieren mehr als 13.000 Familien in 20 Kooperativen von dem Projekt, für das jährlich bis zu 200.000 Setzlinge zur Aufforstung gepflanzt werden – über 1 Millionen seit 2019. Das schreibt die Genossenschaft auf ihrer Seite.
Und dann wird der Kaffee noch nach Fairtrade-Kriterien gehandelt – und wir können ihn im Weltladen kaufen.
