50 Jahre Weltladen

Das sind 50 Jahre Entwicklungsarbeit für einen fairen Welthandel.

Es begann mit großen Demonstrationen gegen einen immer unfairer werdenden Welthandel, der Armut und Hunger in viele Länder brachte. Daraus entstanden Aktivitäten, die den Fairen Handel zu dem gemacht haben, was er heute ist.

In diesem transparenten Handel werden die direkten Kontakte in der gesamten Lieferkette gepflegt. Jedes Jahr besuchen Produzenten Deutschland zum persönlichen Austausch. Das dadurch starke Vertrauensverhältnis führt so zu langjährigen Handelsbeziehungen.

Der Fairer Handel wirkt bei allen Beteiligten. Die besseren Vermarktungschancen und die höhere Wertschöpfung im Produzentenland sichert Existenzen und schafft neue Arbeitsplätze. Darin wird auch die Rolle der Frauen gestärkt.
In Deutschland hat der Faire Handel in Zivilgesellschaft, Politik und Handel zu einem veränderten Bewusstsein und Verhalten geführt. Denn darum geht es hier, das eigene Wirtschaften fair, gerecht und klimaschonend zu gestalten.

Dabei unterstützt der Fairer Handel bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, der in den Ländern des globalen Südens längst drastisch zu spüren ist, und setzt damit dem Artensterben und der Armut etwas entgegen. Der ökologische Anbau beteiligt sich nicht dabei, das Klima aufzuheizen, also gehört die Ausweitung zu den Schwerpunkten des Fairen Handels. Inzwischen stammen über 70 Prozent der Lebensmittel im Weltladen aus ökologischem Anbau.

Wäre der Faire Handel Standard, wären Produzenten, die unter diesen Bedingungen wirtschaften, nicht immer wieder gezwungen, einen Teil ihrer Ernten unter den unfairen Bedingungen des ausbeuterischen Marktes zu verkaufen, der sich nicht um existenzsichernde Preise schert.

Einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zu einem faireren Welthandel bedeutet das im Juni 2021 beschlossene Lieferkettengesetz. Darin sind die Einhaltung der Menschenrechte, mehr Gerechtigkeit und weniger Umweltzerstörung gefordert. Auf diesem Weg sind allerdings noch viele Schritte notwendig. Die müssen nicht alle neu erfunden werden, sie entwickeln sich bereits seit 50 Jahren.

Die Weltladenbewegung entwickelt sich stetig weiter, so gibt es Läden, die mit unverpackter Ware experimentieren, oder Kaffee verkaufen, der mit dem Segelschiff transportiert wird.

Fairer Handel allein reicht nicht, um die drängenden Probleme in der Welt zu lösen, aber ohne ihn geht es nicht. Ein wirklich Fairer Handel nützt allen.

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