Es geht noch einmal um Kinderarbeit, die Folgen – und um wirkungsvolle Auswege daraus.
Wenn sich Menschen auf den Weg machen
Seit 1993 Arbeitet der genossenschaftlich organisierte Fair-Trade-Großhändler Weltpartner mit dem Kinderschutzzentrum Preda auf den Philippinen zusammen. In dem Kinderheim leben sexuell missbrauchte Mädchen und Knast-Kinder – Straßenkinder, meist Jungen – die aus nichtigen Gründen unter miserablen Umständen im Gefängnis sitzen.
Preda wurde 1974 von Pater Shay Cullen gegründet, der noch immer aktiv für die Kinder kämpft. Hinter seinem Engagement steht die Überzeugung, dass Kinder wegen der bitteren Armut ihrer Eltern auf der Straße landen und dort schutzlos ausgeliefert sind. Preda bietet den Kindern Schutz, Geborgenheit, Anerkennung und Respekt. Hier können sie zum ersten Mal Kind sein. Neben der Trauma-Arbeit können sie endlich zur Schule gehen und so die Grundlage schaffen, aus der Dauerschleife der Armut auszubrechen.
Damit Kinder gar nicht erst in diese Situation geraten, müssen ihre Eltern die Armut überwinden können – und das geht, wieder Mal, über den fairen Handel, wie das Mango-Projekt zeigt, in dem Preda und Weltpartner seit dreißzig Jahren zusammenarbeiten.
Für etwa 500 Kleinbauernfamilien ist der Mango-Anbau im Rahmen dieses Projektes zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Hohe Erzeugerpreise und die Abnahme der Früchte sind ihnen sicher, so müssen sie sich nicht um die Vermarktung kümmern und B-Ware und kleine Früchte werden vor Ort zu Mangopüree verarbeitet, erzielen also auch noch einmal angemessene Preise. Preda bezahlt am Jahresende Boni aus und stellt Mango-Setzlinge bereit. Auf diese Weise finden die Kleinbauern wieder lebenswerte Perspektiven auf dem Land, Landflucht wird verhindert und der Ausweg aus dem Armutskreislauf ist sichtbar. Ohne solche Perspektiven landen viele Kinder in der Kinderprostitution in Manila.
Pater Shay Cullen rechnet vor, dass der Erlös aus einem größeren Mangobaum reicht, um zwei Kinder ein Jahr lang zur Schule zu schicken, mit allen damit verbundenen Kosten.
Preda kümmert sich also um die Betreuung der Bauern, die Abwicklung mit dem Verarbeiter und den Verkauf an Weltpartner. Weltpartner übernimmt dann die Entwicklung der Produkte, den Import und Verkauf. Dazu stellt er Infomaterial zur Verfügung. 10 Prozent des Verkaufspreises bleiben bei Preda.
Nach einem Tatort-Dreh in den Philippinen gründeten die Kölner Tatort-Kommissardarsteller Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt 1998 den Verein Tatort-Straßen der Welt.e.V. und unterstützen seit dem die Kinderschutzorganisation Preda. Doch der Aktionsraum des Vereins hat sich längst erweitert.
Das Mango-Projekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass es der faire Umgang miteinander ist, der Menschen vor existenziellen Katastrophen mit allen verheerenden Folgen schützen kann – und auch, was das gemeinsame Engagement mehrer Akteure bewirken kann.
Unter diesen Links gibt weitere Informationen zu dem Projekt, unter anderem auch einen 20-minütigen Film.
