Die reichsten zehn Prozent der Menschheit verursachen die Hälfte aller Treibhausgase, die schon lange nicht mehr durch den natürlichen Kreislauf kompensiert werden können. Ein gerechtes Wirtschaftssystem muss also an konsequenten Klimaschutz gebunden sein, damit sich in ärmeren Regionen der Welt ein basaler Wohlstand entwickeln kann.
Klimaschutz – regional mit globaler Wirkung
Viele Länder des globalen Südens, die schon heute unter den Folgen der Erhitzung leiden, tragen den geringsten Anteil zu den auf das Klima wirkenden Gasen in der Atmosphäre bei. Dabei wird dort viel für unsere Märkte produziert. Sie sind die Verlierer eines auf unendliches Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystem. Doch um sich vor den weiteren Auswirkungen der Klimakrise schützen zu können, ist ein gewisser Wohlstand nötig, der Handlungsfähigkeit sichert. Aber auch in den reicheren Weltteilen spalten sich die Gesellschaften in übermäßige Verursacher und weniger wehrhafte Leidtragende.
Da ist es nur folgerichtig, dass die Stadt Soest sich dem Ziel der zukünftigen Klimaneutralität verschrieben hat. Mit diesem Vorhaben sind Resilienz, also eine krisenfestere Stadt, und Generationengerechtigkeit verknüpft, wie es auf der Hompage der Stadt zu lesen ist. Orientierung für die Ausarbeitung für beispielsweise Mobilität, Stadtentwicklung, Soziales und Jugend, Bildung, Wirtschaft und Kultur, bieten die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) von 2015, zum Schutz der Menschenrechte, der natürlichen Ressourcen und des Klimas – weltweit. Alle Aktivitäten in diesen drei Bereichen sollen sich am Gemeinwohl messen lassen, so können sie hier vor Ort wirken und auch über die regionalen Grenzen hinaus zu den längst notwendigen Veränderungen beitragen.
Dem fairen Handel, der auch in Soest verankert ist, liegen neun der 17 SDGs zugrunde. Mindestpreise für die Produkte sichern Einkommen für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen. So wird Armut und Hunger bekämpft. Die zusätzliche Fair-Trade-Prämie macht es den Kooperativen möglich, in Projekte für Bildung, Gesundheit oder in den Klimaschutz zu investieren. Das ist aktive Armutsbekämpfung. Zu nachhaltigem Konsum sind wir alle aufgerufen.